Kommentar

Blick aufs Ganze

03/2019 - von Gudrun Zimmerl


Gudrun Zimmerl
ICEP

Es gibt zahlreiche Auszeichnungen für verantwortungsvolles Wirtschaften. Prämiert werden zumeist leicht kommunizierbare Leuchtturmprojekte, die nicht unbedingt am Kerngeschäft ansetzen. Das ist gut und wichtig, keine Frage. Solche Einzelaktivitäten müssen jedoch in eine Strategie für verantwortungsvolles Wirtschaften eingebettet sein, um sich nicht dem Vorwurf des Greenwashing auszusetzen. Denn es ist die Summe an diesen Aktivitäten und Prozessen, die die Relevanz nicht-ökonomischer Werte im Tagesgeschäft und somit die unternehmerische Verantwortung tatsächlich ausmacht. Mittlerweile werden sie bei CSR-Preisen berücksichtigt, sie sind jedoch weit weniger sexy und stehen nur selten auf der Bühne. Das trägt mit dazu bei, dass unternehmerische Verantwortung in der Öffentlichkeit immer noch zu oft als nettes Wohlfühlprogramm wahrgenommen wird, dem es aber irgendwie an Ernsthaftigkeit mangelt. Bei der Kommunikation sollte man daher den Blick aufs Ganze nicht verlieren – auch wenn das zugegeben komplex ist.

© corporAID Magazin Nr. 80

 

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